Pavel Kateliev ist ein beliebter Sportjournalist, insbesondere in den Bereichen Fußball, Basketball, Tennis und Hockey. Er schreibt täglich für Sportingpedia und seine Arbeit wurde in mindestens 20 Sprachen übersetzt und auf renommierten Plattformen wie BBC, Yahoo, MCN, Sun und Evening News in Italienisch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch vorgestellt.
Vielleicht fragst du dich, warum ein Sport mit einer so langen Geschichte wie der Pferderennsport bis heute weltweit viele Menschen begeistert. Neben seiner Dynamik und Vielfalt spielt die enge Verbindung des Sports mit dem Wettgeschäft eine wichtige Rolle. Der moderne Pferderennsport ist wirtschaftlich vielerorts auf Einnahmen aus Pferdewetten angewiesen. Zahlreiche Rennbahnen profitieren daher von der Zusammenarbeit mit stationären und online tätigen Buchmachern.
Bei Pferderennen stehen verschiedene Wettarten zur Auswahl. Einige sind leicht verständlich, andere setzen Erfahrung und fundierte Kenntnisse der Disziplin voraus. Grundsätzlich wird zwischen Standardwetten und exotischen Wetten unterschieden. Standardwetten beziehen sich auf ein einzelnes Pferd in einem einzelnen Rennen und sind leichter nachzuvollziehen als komplexe Kombinationswetten. Dieser Artikel erläutert die wichtigsten Grundlagen und hilft dir, die jeweiligen Märkte und Risiken besser einzuordnen.
Die Bezeichnungen für Standardwetten unterscheiden sich je nach Land. In den USA heißen sie Win, Place, Show und Across the Board. Bei europäischen Buchmachern sind dagegen vor allem Sieg-, Platz- und Each-Way-Wetten üblich. Die genauen Platzbedingungen können je nach Anbieter, Rennen und Teilnehmerzahl variieren.
Die Siegwette ist eine der einfachsten und bekanntesten Wettarten. Du tippst darauf, welches Pferd das Rennen gewinnen wird. Die Wette ist erfolgreich, wenn das ausgewählte Pferd als Erstes die Ziellinie überquert. Andernfalls ist der Einsatz verloren. Da nur der Sieger zählt, weist diese Wettart unter den Standardwetten häufig vergleichsweise hohe Quoten auf.
Bei Festquotenwetten, zu denen auch die Siegwette zählen kann, werden mögliche Auszahlung und Verlust durch die angebotene Quote und den Einsatz bestimmt. Nach Auswahl des jeweiligen Rennens findest du den Markt üblicherweise in einer Tabelle, die etwa folgendermaßen aufgebaut ist:
Nr.
Pferdename
Trainer/Jockey
Alter/Gewicht
Form
Aktuelle Quoten
Diese Angaben liefern wichtige Anhaltspunkte für deine Einschätzung. Einige Online-Wettanbieter veröffentlichen zusätzlich kurze Analysen zu bevorstehenden Rennen, den Favoriten und früheren Duellen. Statistische Daten zu den einzelnen Pferden können bei der Bewertung hilfreich sein, ersetzen jedoch keine sorgfältige eigene Prüfung.
Bei Pool- beziehungsweise Totalisatorwetten funktioniert die Quotenermittlung anders. Die Quoten stehen nicht dauerhaft fest, sondern verändern sich, weil die spätere Auszahlung von den bis zum Annahmeschluss eingegangenen Einsätzen abhängt. Setzen viele Wettende auf dasselbe Pferd, sinkt dessen endgültige Quote in der Regel entsprechend.
Platzwette
Wenn du eine höhere Trefferchance bevorzugst und dafür niedrigere Quoten akzeptierst, kommt eine Platzwette infrage. Bei der hier beschriebenen US-Variante tippst du darauf, dass ein bestimmtes Pferd den ersten oder zweiten Platz belegt. Das kann sinnvoll sein, wenn mehrere ähnlich starke Teilnehmer antreten und ein klarer Sieger schwer zu bestimmen ist. Die Platzwette bietet mehr Spielraum als eine reine Siegwette, garantiert jedoch weder eine erfolgreiche Wette noch einen Gewinn.
Show-Wette
Die Show-Wette deckt bei der klassischen US-Ausgestaltung die ersten drei Plätze ab und bietet damit eine höhere Chance auf eine richtige Vorhersage als eine Sieg- oder Platzwette. Sie kann bei einem ausgeglichen besetzten Rennen interessant sein, in dem mehrere Pferde ähnliche Leistungen zeigen. Die Formkurve hilft dir einzuschätzen, wie konstant ein Teilnehmer abschneidet. Ein Pferd ohne Sieg in den vergangenen fünf Rennen, aber mit regelmäßigen Top-3-Platzierungen, kann für diesen Markt geeigneter sein als ein Pferd mit zwei Siegen und mehreren schwachen Ergebnissen. Entscheidend ist daher weniger eine einzelne herausragende Leistung als eine konstant gute Form.
Die folgende Tabelle zeigt anhand von Renndaten aus Haydock in Großbritannien, wie sich die Quoten dieser drei Wettarten unterscheiden können.
L’Incorrigible (Mr Thomas M O’Brien (3))
Wettmarkt
Quoten
Sieg
4,5
Platz 1-2
2,056
Platz 1-3
1,375
Each-Way-Wett-System
Bei einer Each-Way-Wette werden eine Siegwette und eine Platzwette auf dasselbe Pferd kombiniert. Für beide Teile wird jeweils ein eigener, gleich hoher Einsatz berechnet. Gewinnt das ausgewählte Pferd, werden grundsätzlich sowohl der Sieg- als auch der Platzteil ausgezahlt. Erreicht es lediglich einen von den Wettbedingungen abgedeckten Platz, verliert der Siegteil, während der Platzteil ausgezahlt wird. Wie viele Platzierungen zählen und welcher Anteil der Siegquote für den Platzteil gilt, hängt vom Anbieter, dem Rennen und der Teilnehmerzahl ab.
Bevor du eine Each-Way-Wette platzierst, solltest du die Platzbedingungen, den Gesamteinsatz und die mögliche Auszahlung genau prüfen. Selbst ein erfolgreicher Platzteil kann zu einem Nettoverlust führen, wenn seine Auszahlung den verlorenen Siegteil nicht vollständig ausgleicht.
Fazit
Bevor du bei Pferderennen um echtes Geld wettest, solltest du die Regeln, Quoten und Abrechnungsbedingungen vollständig verstanden haben – unabhängig davon, ob du an der Rennbahn oder online wettest. Beginne mit den grundlegenden Wettarten und konzentriere dich zunächst auf leicht nachvollziehbare Märkte. Komplexere Wetten können höhere Auszahlungen ermöglichen, sind jedoch meist schwieriger richtig vorherzusagen.
In Deutschland sind Online-Pferdewetten erst ab 18 Jahren und nur bei entsprechend erlaubten Anbietern zulässig. Eine aktuelle Übersicht bietet die amtliche Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Setze nur Geld ein, dessen Verlust du verkraften kannst. Im nächsten Teil des Leitfadens erfährst du mehr über weitere Wettarten.