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Berechnung der Fußball-Buchmacherprovision

Verfasst von Glenn Roberts
Glenn ist ein Sportliebhaber und schreibt über Fußball und American Football. Er erstellt auch Bewertungen von Wettanbietern, Wett-Apps und Einzahlungs- oder Auszahlungsmethoden, die Spieler bei Online-Wettbüros nutzen können.
, | Übersetzt von Maximilian Hurlebaus
Max Hurlebaus ist freiberuflicher Online-Redakteur. Er begeistert sich für Musik und Sport. Besonders gerne schaut er Fußball und Golf.
, | Aktualisiert:

Berechnung der Fußball-Wettanbieter-KommissionObwohl es Buchmacher schon seit Langem gibt, wurde der Begriff erst im 19. Jahrhundert gebräuchlich. Die Glücksspielbranche ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, wobei insbesondere das Online-Angebot deutlich an Bedeutung gewonnen hat.

Am Grundprinzip des Buchmachergeschäfts hat sich wenig geändert. Der größte Unterschied besteht darin, dass heute ein erheblicher Teil der Buchmacher online tätig ist und Wettkunden dadurch flexibler auf Angebote zugreifen können. Viele Online-Sportwettenanbieter werben mit attraktiven Quoten. Buchmacher bieten eine breite Auswahl an Wettmärkten und kalkulieren eine Marge in ihre Quoten ein. Dadurch entsteht für sie langfristig ein rechnerischer Vorteil, der jedoch keinen Gewinn bei jedem einzelnen Ereignis garantiert.

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Erklärung der Buchmachermarge

Wer mehr über die Marge eines Buchmachers erfahren möchte, stößt auf unterschiedliche Bezeichnungen. Im Zusammenhang mit Fußballwetten werden unter anderem die Begriffe Vig, Juice, Overround oder Buchmachermarge verwendet. Gemeint ist jeweils der rechnerische Vorteil des Anbieters. Dieser wird bei klassischen Festquoten in der Regel nicht separat abgezogen, sondern ist bereits in den angebotenen Quoten enthalten.

Die Höhe der Marge unterscheidet sich je nach Buchmacher, Wettmarkt und Ereignis. Um ihr Angebot attraktiver zu gestalten, reduzieren Anbieter bei ausgewählten Märkten mitunter ihre Marge und bieten entsprechend höhere Quoten an. Viele Wettende gehen davon aus, dass Quoten ausschließlich die Einschätzung des Buchmachers widerspiegeln, welches Team wahrscheinlich gewinnt. Das ist jedoch nur teilweise richtig.

Bei der Anpassung der Quoten versuchen Buchmacher häufig, Wetteinsätze auf verschiedene Seiten des Marktes zu verteilen und ihre Risiken zu steuern. Selbst bei ausgeglichenen Einsätzen würde ein Anbieter mit vollkommen fairen Quoten keinen rechnerischen Vorteil erzielen. Deshalb wird eine Marge in die Quoten eingerechnet.

Was ist ein Fairer Markt

Was ist ein Fairer MarktDie Funktionsweise der Buchmachermarge lässt sich anhand eines Münzwurfs erklären. Die Wahrscheinlichkeit der beiden möglichen Ergebnisse Kopf und Zahl beträgt jeweils 50 %, sodass die fairen Dezimalquoten bei 2,00 liegen. Setzt du 10 € und gewinnst, beträgt die Gesamtauszahlung 20 € einschließlich des Einsatzes; der Nettogewinn liegt bei 10 €. In dieser Situation hat keine Seite einen rechnerischen Vorteil, da die Quoten der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit beider Ergebnisse entsprechen. Dies wird als 100-%-Markt bezeichnet. Eine Buchmachermarge gibt es dabei nicht.

Möchte ein Buchmacher mit diesem Markt einen rechnerischen Vorteil erzielen, bietet er niedrigere Quoten an. Dadurch übersteigt die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten 100 %. Der Anteil oberhalb von 100 % wird als Overround beziehungsweise vereinfachend als Buchmachermarge bezeichnet.

Die Überprüfung der Marge eines Online-Buchmachers erleichtert den Vergleich unterschiedlicher Quotenangebote. Je höher die Marge ausfällt, desto geringer ist in der Regel der rechnerische Gegenwert der angebotenen Quoten.

Werden für beide Seiten des Münzwurfs beispielsweise Quoten von 1,90 angeboten, ergibt ein Einsatz von 10 € eine mögliche Gesamtauszahlung von 19 € und einen Nettogewinn von 9 €. Gegenüber der fairen Auszahlung von 20 € fehlt somit 1 €.

Wie man die Marktspannen abschätzt

Wie man die Marktspannen abschätztBuchmacher bieten üblicherweise keine vollständig fairen Quoten ohne Marge an. Stattdessen ergeben die in den Quoten enthaltenen impliziten Wahrscheinlichkeiten zusammen einen Wert von mehr als 100 %. Die Abweichung oberhalb von 100 % stellt den Overround des Marktes dar.

Erfahrene Wettende berücksichtigen, dass die Margen verschiedener Buchmacher und Wettmärkte variieren können. Auch Einsteiger sollten verstehen, wie die Marge berechnet wird, da dies den Vergleich von Quoten und potenziellen Auszahlungen erleichtert.

Für die Berechnung sind keine komplizierten mathematischen Kenntnisse erforderlich. Zunächst wird die implizite Wahrscheinlichkeit jedes möglichen Ergebnisses berechnet. Angenommen, Juventus spielt gegen Napoli. Die Quote für einen Sieg von Juventus liegt bei 3,10, die Quote für Napoli bei 2,30 und die Quote für ein Unentschieden bei 3,30. Teile jeweils 1 durch die entsprechende Quote. Daraus ergeben sich gerundet 0,3226, 0,4348 und 0,3030. Die Summe beträgt 1,0604 beziehungsweise 106,04 %. Der Overround des Marktes liegt somit bei rund 6,04 %. Auf diese Weise lässt sich die Marge eines 1X2-Marktes mit Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg berechnen.

Bei einem Zweiwegmarkt werden die Kehrwerte beider Quoten addiert und anschließend mit 100 multipliziert. Das Ergebnis ist der Marktprozentsatz. Ziehst du davon 100 % ab, erhältst du den Overround des Marktes.

Wie wird die Wettprovision beim Fußball berechnet?

Wie wird die Wettprovision beim Fußball berechnet?Bei klassischen Festquoten-Buchmachern wird normalerweise keine gesonderte Provision auf den Gewinn berechnet, da der rechnerische Vorteil bereits in den Quoten enthalten ist. Separate Gewinnprovisionen kommen eher bei Wettbörsen oder bestimmten Wettprodukten vor. Deshalb solltest du stets die konkreten Geschäftsbedingungen des Anbieters prüfen.

Angenommen, für eine Auswahl im Spiel zwischen Barcelona und Arsenal wird eine Quote von 1,97 angeboten. Bei einem Einsatz von 100 € und einer gesonderten Provisionsrate von 4 % auf den Nettogewinn lässt sich die Provision wie folgt berechnen: ((Einsatz x Quote) – Einsatz) x Provisionsrate.

Für das Beispiel lautet die Rechnung: ((100 € x 1,97) – 100 €) x 0,04 = 3,88 €.

Die berechnete Provision beträgt somit 3,88 €. Nach ihrem Abzug verbleibt ein Nettogewinn von 93,12 €, während sich die Gesamtauszahlung einschließlich des Einsatzes auf 193,12 € beläuft.

In Deutschland ist die Sportwettensteuer von der Buchmachermarge zu unterscheiden: Nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz beträgt sie 5,3 % der gesetzlichen Bemessungsgrundlage; Steuerschuldner ist der Veranstalter.

Die angebotene Quote spiegelt bei Sportwetten nur selten die um die Buchmachermarge bereinigte Gewinnwahrscheinlichkeit wider. Faire Quoten lassen sich aus einem vollständigen Markt ableiten, indem die impliziten Wahrscheinlichkeiten um den Overround bereinigt werden.

Die folgende Rechnung zeigt dagegen die effektive Quote nach Abzug einer gesonderten Gewinnprovision: ((Einsatz x Quote) – Provision des Anbieters) / Einsatz. Im Beispiel ergibt sich: ((100 € x 1,97) – 3,88 €) / 100 € = 1,9312.

Online-Rechner können dabei helfen, Buchmachermargen mit wenigen Eingaben zu ermitteln. Zunächst wählst du das verwendete Quotenformat aus und gibst anschließend die angebotenen Quoten ein. Je nach Rechner werden daraus der Marktprozentsatz, die Marge, bereinigte Quoten und mögliche Auszahlungen berechnet. Viele Werkzeuge unterstützen sowohl Zweiweg- als auch Dreiwegmärkte.

Die besten Märkte finden

Die besten Märkte findenWer Quoten und Margen vergleicht, kann Wettmärkte mit einem besseren rechnerischen Gegenwert finden. Für Einsteiger ist es jedoch nicht immer einfach, die Unterschiede zwischen den Angeboten richtig einzuordnen.

Vergleiche die Quoten mehrerer Buchmacher, um festzustellen, welcher Anbieter für den gewünschten Markt den günstigsten Wert bietet. Selbst kleine Abweichungen können sich langfristig auf die potenziellen Auszahlungen auswirken. Durch die Wahl eines Marktes mit niedrigerer Marge lässt sich der rechnerische Nachteil gegenüber dem Buchmacher reduzieren. Eine niedrige Marge garantiert allerdings weder einen Gewinn noch eine höhere tatsächliche Trefferwahrscheinlichkeit.

Für deutsche Wettende gehört außerdem die Prüfung dazu, ob der Anbieter auf der amtlichen Whitelist der GGL geführt wird.

Schlussfolgerung

ConclusionDie Berechnung der Buchmachermarge bei Fußballwetten erleichtert es, Quoten verschiedener Anbieter sachlich zu vergleichen. Ein niedrigerer Overround bedeutet in der Regel einen besseren rechnerischen Gegenwert. Er verändert jedoch weder die tatsächliche Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses noch schließt er Verluste aus.

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