Wie man Fußballergebnisse vorhersagt
Seit es Buchmacher gibt, versuchen Wettende, Fußballergebnisse möglichst genau vorherzusagen. Das ist alles andere als einfach. Eine einzelne Wette kann zwar schnell platziert und mit etwas Glück gewonnen werden. Wenn du jedoch langfristig fundiertere Entscheidungen treffen möchtest, solltest du deine Analyse laufend überprüfen und weiterentwickeln. Deshalb stellen wir hier ein Vorhersagemodell vor, das dich dabei unterstützen kann, Teams systematisch einzuschätzen und mögliche Ergebnisse zu berechnen.
Wie man mit der Vorhersage von Fußballergebnissen beginnt
Prüfe außerdem, ob deine Daten zuverlässig sind und regelmäßig aktualisiert werden. In diesem Zusammenhang ist die Größe der Stichprobe von entscheidender Bedeutung, da sie belastbarere Einschätzungen ermöglicht. Achte deshalb darauf, wie viele Spiele das betreffende Team absolviert hat, um ein klareres Bild seiner Leistung zu erhalten.
Mittlerweile steht Fußballfans eine große Auswahl an Statistikportalen zur Verfügung. Die meisten relevanten Daten lassen sich daher mit wenigen Klicks finden.
Auch der sichere Umgang mit Daten und statistischen Kennzahlen spielt eine Rolle, wenn du möglichst fundierte Prognosen zum Spielverlauf erstellen möchtest.
Kommen wir zu den Daten, die du bei deinen Prognosen berücksichtigen solltest. Einer der ersten Faktoren ist der Heimvorteil. Ob und wie stark eine Mannschaft zu Hause profitiert, wird im Fußball häufig diskutiert. Viele Analysten gehen davon aus, dass Heimteams im Durchschnitt bessere Siegchancen haben. Manche Mannschaften scheinen dabei einen ausgeprägteren Heimvorteil zu besitzen als andere. Solche Unterschiede können jedoch auch durch eine zu kleine Stichprobe entstehen. Bei einer größeren Zahl untersuchter Spiele fällt der Unterschied möglicherweise geringer aus.
Zudem ist es sinnvoll, die Ballbesitzdaten des Teams zu prüfen, auf das du setzen möchtest. Dabei gilt jedoch: Die Qualität des Ballbesitzes ist häufig aussagekräftiger als seine reine Dauer. Diese Qualität lässt sich nur schwer messen. Hält sich eine Mannschaft beispielsweise über weite Strecken im gegnerischen Strafraum auf, erzielt aber kein Tor, kann das dennoch auf eine gute Offensivleistung hindeuten. Solche Informationen lassen sich bei der Berechnung der Torerwartung berücksichtigen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Tordifferenz. Sie wird häufig verwendet, um die Stärke einer Mannschaft einzuschätzen, da sie einen ersten Eindruck von deren Leistungsniveau vermittelt. Auch hier ist die Stichprobengröße entscheidend: Beruht die Analyse nur auf wenigen Spielen, können einzelne Ausreißer das Bild stark verzerren. Klare Favoriten gewinnen nicht immer, und Außenseiter verlieren nicht zwangsläufig. Fußballergebnisse enthalten stets ein Zufallselement und können daher deutlich von der vorherigen Einschätzung abweichen.
Wie viele Spiele sind notwendig, damit eine Stichprobe die Qualität eines Teams angemessen abbildet? Eine allgemeingültige Zahl lässt sich dafür kaum nennen. Eine Stichprobe von 30 Spielen kann in manchen Fällen eine brauchbare Orientierung bieten. Kurzfristige Formschwankungen oder personelle Veränderungen werden dadurch jedoch nicht immer angemessen erfasst.
Auch Torschüsse sollten in die Analyse einfließen. Diese Kennzahl ist allerdings nicht perfekt, da sich Abschlüsse hinsichtlich Position, Winkel und Spielsituation deutlich unterscheiden. Die Wahrscheinlichkeit eines Tores kann von Schuss zu Schuss stark variieren. Dennoch sagt die Zahl der Abschlüsse einiges über die Leistung einer Mannschaft und den Spielverlauf aus. Für eine fundierte Einschätzung solltest du dich deshalb nicht ausschließlich auf das Endergebnis konzentrieren. Angenommen, Newcastle gewinnt 2:0 gegen Sunderland, obwohl das Torschussverhältnis 3:8 beträgt: Dann kann die Schussstatistik für die Bewertung der Leistung aussagekräftiger sein als das Ergebnis allein.
Poisson-Verteilung
Nachdem du deine Prognosen erstellt hast, kannst du die berechneten Wahrscheinlichkeiten in faire Quoten umrechnen. Anschließend lassen sie sich mit den angebotenen Buchmacherquoten vergleichen. Hier kommt die Poisson-Verteilung ins Spiel.
Falls du noch nicht mit der Poisson-Verteilung vertraut bist: Mit dieser Methode lässt sich die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Anzahl von Ereignissen innerhalb eines festgelegten Zeitraums schätzen, sofern diese mit einer konstanten durchschnittlichen Rate eintreten. Bei Fußballwetten kann die Poisson-Verteilung dabei helfen, die Wahrscheinlichkeit verschiedener möglicher Spielstände zu berechnen. Voraussetzung dafür ist eine möglichst realistische Torerwartung für beide Teams. Das Modell kann Analysen strukturieren, garantiert jedoch keine zutreffenden Ergebnisse.
Wie bereits erwähnt, dient die Poisson-Verteilung dazu, Wahrscheinlichkeiten für eine bestimmte Anzahl von Ereignissen innerhalb eines festen Zeitraums zu berechnen. Dafür werden Durchschnittswerte in Wahrscheinlichkeiten umgerechnet. Wenn du weißt, wie häufig ein Ereignis durchschnittlich eintritt, kannst du damit einschätzen, wie wahrscheinlich mögliche Ergebnisse oberhalb oder unterhalb dieses Durchschnittswerts sind.
Zunächst musst du die durchschnittliche Zahl der Tore schätzen, die beide Mannschaften im Spiel erzielen könnten. Dafür sind die jeweilige Angriffs- und Abwehrstärke der Teams zu bewerten. Achte besonders auf den Zeitraum, den deine Berechnungen abdecken. Ist er zu kurz, können einzelne Ausreißer das Ergebnis verzerren. Ist er zu lang, bildet er möglicherweise die aktuelle Leistungsstärke nicht mehr angemessen ab.
Für die Berechnung der Angriffs- und Abwehrstärke benötigst du zunächst die durchschnittliche Zahl der Tore im ausgewählten Zeitraum. Um die durchschnittliche Anzahl der während einer Saison erzielten Heimtore zu bestimmen, teilst du sämtliche Heimtore durch die Zahl der Heimspiele. Für den entsprechenden Auswärtswert teilst du alle auswärts erzielten Tore durch die Gesamtzahl der Auswärtsspiele.
Nehmen wir an, die Heimmannschaften haben während einer Saison insgesamt 567 Tore in 380 Spielen erzielt. Daraus ergibt sich ein Durchschnitt von 1,492 Heimtoren pro Spiel. Haben die Auswärtsmannschaften in denselben 380 Spielen insgesamt 459 Tore erzielt, liegt ihr Durchschnitt bei 1,208 Toren pro Spiel.
Nachdem die durchschnittliche Anzahl der erzielten Tore feststeht, berechnest du im nächsten Schritt die durchschnittliche Anzahl der im selben Zeitraum kassierten Tore. Die Heimmannschaften haben in unserem Beispiel insgesamt 459 Tore kassiert, was 1,208 Gegentoren pro Spiel entspricht. Die Auswärtsmannschaften haben 567 Tore kassiert und kommen damit auf durchschnittlich 1,492 Gegentore. Anhand dieser Daten lassen sich die Angriffs- und Abwehrwerte der ausgewählten Teams bestimmen.
Nehmen wir an, wir möchten ein Spiel zwischen Juventus und Barcelona analysieren. Um die Angriffsleistung der Teams einzuschätzen, sind zwei einfache Rechenschritte erforderlich. Dabei solltest du sorgfältig rechnen, da Fehler die gesamte Prognose verfälschen können. Zunächst teilst du die Zahl der von der Heimmannschaft erzielten Heimtore durch ihre absolvierten Heimspiele. Hat Juventus in 19 Heimspielen 35 Tore erzielt, ergibt sich ein Durchschnitt von 1,842 Toren. Anschließend teilst du diesen Wert durch den Liga-Durchschnitt von 1,492 Heimtoren. Die Angriffsstärke von Juventus beträgt somit 1,235.
Als Nächstes berechnen wir die Abwehrstärke von Juventus. Dazu teilen wir die zu Hause kassierten Tore durch die Zahl der Heimspiele. Hat Juventus in 19 Partien insgesamt 15 Gegentore zugelassen, ergibt sich ein Durchschnitt von 0,789. Diesen Wert teilen wir durch die durchschnittliche Zahl von 1,208 Auswärtstoren pro Spiel. Daraus folgt, dass die Abwehrstärke des Teams 0,653 beträgt.
Betrachten wir nun Barcelona. Um die Angriffsleistung des Auswärtsteams zu berechnen, teilen wir die auswärts erzielten Tore durch die Zahl der Auswärtsspiele. Nehmen wir an, Barcelona hat in 19 Auswärtsspielen 19 Tore erzielt. Daraus ergibt sich ein Durchschnitt von 1. Anschließend teilen wir diesen Wert durch die durchschnittliche Anzahl der auswärts erzielten Tore pro Ligaspiel. Die Rechnung lautet 1 geteilt durch 1,208. Die Angriffsstärke von Barcelona beträgt somit 0,828.
Für die Abwehrstärke des Auswärtsteams teilen wir die auswärts kassierten Tore durch die Zahl der Auswärtsspiele. Hat Barcelona in 19 Auswärtspartien 31 Gegentore zugelassen, ergibt sich ein Durchschnitt von 1,632. Diesen Wert teilen wir durch den Liga-Durchschnitt von 1,492 Heimtoren. Damit ergibt sich, dass die Abwehrstärke von Barcelona 1,094 beträgt.
Zielprojektion
Um die erwartete Torzahl von Barcelona zu bestimmen, multiplizieren wir die Angriffsstärke des Auswärtsteams mit der Abwehrstärke des Heimteams und dem Liga-Durchschnitt der Auswärtstore. Die Rechnung lautet 0,828 × 0,653 × 1,208. Daraus ergibt sich für Barcelona eine Torerwartung von rund 0,653.
Ein Spiel kann nicht mit diesen Dezimalwerten enden, denn sie stellen lediglich Durchschnittswerte dar. Mithilfe der Poisson-Verteilung lassen sich daraus Wahrscheinlichkeiten für konkrete Torzahlen berechnen. Dafür kannst du einen geeigneten Rechner verwenden oder selbst mit der Formel P(x; μ) = e^(-μ) × μ^x / x! rechnen. Anschließend kannst du die Wahrscheinlichkeiten verschiedener Spielstände tabellarisch darstellen und mit den Quoten der Buchmacher vergleichen.
Nachteile der Poisson-Verteilung
Ein wesentliches Problem besteht darin, dass dieses Modell ausschließlich auf vergangenen Ergebnissen beruht. Aktuelle Veränderungen wie Spielertransfers, Trainerwechsel oder eine veränderte Aufstellung werden nicht automatisch berücksichtigt. Außerdem stützt sich das beschriebene Modell vor allem auf Tore und Endergebnisse. Diese spiegeln den tatsächlichen Verlauf einer Partie nicht immer vollständig wider.
Weitere Einflussfaktoren wie Verletzungen, Wetterbedingungen und kurzfristige Ausfälle bleiben ebenfalls unberücksichtigt. Sie können die Torerwartung und damit die Genauigkeit der Berechnung beeinflussen. Auch der Zustand des Spielfelds kann für den Spielverlauf relevant sein. Da das Modell solche Faktoren ausblendet, ist seine Aussagekraft entsprechend begrenzt.





